Die Schönheit Kalabriens

Der alte Süden Italiens - "la calabria" - hat im Überfluss, was Urlaub unvergesslich macht:

Weiße Strände, türkis das Meer....

Die Römer und Mailänder, die im August nach Kalabrien kommen, wissen, dass die Strände an der thyrrenischen Küste zu den schönsten Italiens zählen und lieben es hier Sonne zu tanken und das tägliche Bad zu zelebrieren: "prendere sole..."

IMG_20140914_134645_1Die Küste ist sagenumwoben: der Legende nach segelte hier Odysseus auf seinem Weg nachhause zwischen Scilla (Skylla) und Charybdis, Herkules ruhte von seinen Heldentaten, Seher und Priester ließen sich an der "Küste der Götter" nieder, um die Zukunft vorher zu sagen.

Hier findet man die schönsten Orte Kalabriens: Aussicht Tropea

Tropea und Pizzo, wagemutig am Rande der Felsküste

thronend, direkt oberhalb langer Sandstrände.

Malerische enge Gassen, lichte Plätze, alte Palazzi....

das dolce vita des Südens.

 

 

Von der Küste ein herrlicher Blick hinunter auf die karibischen Buchten, weiter zum stetig rauchenden Stromboli, hinüber zu den äolischen Inseln, zur Straße von Messina und über Sizilien bis zum Ätna. Das kristallklare Wasser changiert von Türkis bis Violett und lädt von Juni bis November mit angenehm warmen Temperaturen zum Baden ein. Und bis auf wenige Wochen zwischen Mitte Juli und Ende August sind die Strände nahezu leer - Raum und Ruhe zum Innehalten und Durchatmen.

Hier spürt man es: "Das Meer ist keine Landschaft, es ist das Erlebnis der Ewigkeit..."(Thomas Mann)Joppolo2

Landschaften von weiter wilder Schönheit

Die Landschaften Kalabriens sind von seltener Schönheit und Vielfalt: endlos lange Sandstrände säumen die ionische Küste - weiße karibische Buchten prägen die thyrrenische Steilküste. Kaum größer könnten die Gegensätze sein, die man auf der Fahrt durch die Berge von einer Küste zur anderen findet. Die Frage "Berge oder Meer?" stellt sich in Kalabrien nicht, da es im Landesinneren, das von mächtigen Gebirgsketten durchzogen ist, keinen Punkt gibt, der mehr als 30 km vom Meer entfernt ist. Nur wenige Minuten dauert die Fahrt vom hellen warmen Strand hinauf in die alten Bergdörfer und in die Ursprünglichkeit der Berge.

 

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Durch weite Olivenhaine und immer mit dem Ausblick über das Meer schlängeln sich die Passstraßen in dichte Wälder, wo auch bei größter Hitze Schatten und Kühle herrschen. Wasserfälle rauschen, blaue Seen und weidende Kühe erinnern an die Schweiz, stille Klöster verstecken sich in der Einsamkeit. Üppig ist die Vegetation, beinahe urwaldähnlich, und eine Vielzahl an Tieren (über 150 Vogelarten, Wölfe, Füchse, Wildschweine) lebt in den naturbelassenen Wäldern.

Viel gibt es zu entdecken: im Süden den legendären Aspromonte, der in seiner hellen weiten Kargheit und Weite Sizilien ähnelt, mit bizarren Felsformationen und verlassenen verwunschenen Dörfern und Orten, in denen noch heute die griechische Kultur gepflegt wird. Und wieder als Gegensatz nördlicher die Serre und die Sila, mit bis über 2000 m hohen Bergen, dichten Wäldern und riesigen Naturparks. Nicht umsonst gilt Kalabrien als Paradies für Individualisten und Naturliebhaber: wo sonst findet man so nahe beieinander herrliche Strände, Vulkane im Meer, unberührte Wälder und grandiose Bergwelten?

 

alsud panorma

Piazzi und Palazzi, Fischerdörfer und Jahrtausende alter Kultur

Angekommen in Kalabrien suchte ich das "alte Griechenland" - immerhin galt Kalabrien einst als der "wilde Westen Griechenlands". 500 Jahre vor Christus kamen die Griechen über das Meer und gründeten neue Städte und Siedlungen entlang den Küsten, später auch im Landesinneren. "La magna grecia". Nein, eine erhaltene Akropolis fand ich nicht mehr, dafür aber viele Zeugnisse der Antike, die heute als Schätze gehütet werden.

IMG_20150702_161919Aber die Griechen waren nicht die Einzigen, die Kalabrien begehrten: es kamen in der Folge die Römer, es gehörte zum Byzantinischen Reich, dann wurde es von den Arabern erobert, von den Normannen regiert, von den Staufern, den Anjou, den Aragonesen, usw. usw. Sie alle hinterließen Spuren in der Kultur, der Sprache, den Städten. Im kollektiven Gedächtnis.

Noch heute gibt es im südlichen Aspromonte Dörfer, in denen ein inzwischen seltener griechisch-italienischer Dialekt gesprochen wird, in denen einige Alte noch griechisch sprechen.

Und angesichts der wechselreichen Geschichte Kalabriens ist es nicht erstaunlich, dass sich eine Fülle an unterschiedlichen Bildern bietet: normannische Kastelle, byzantinische Kirchen, Adelshäuser aus dem 17./18. Jahrhundert, maurisch anmutende Stadtteile und alte Fischerdörfer, die an Schwarz-Weiß-Filme der 50er Jahre erinnern...

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